Stellungnahme zu der Bildung eines Firmenkonsortiums
um die Realisierung des Desertec - Konzepts
Die Bildung eines Firmenkonsortiums, welches in Afrika das "Desertec - Konzept" mit 400 Milliarden Euro umsetzen will, fand eine große Reaktion in der Presse.
Das IFEED bezieht hierzu folgende Position:
Da es sich um einen Zusammenschluss namhafter kommerzieller Firmen handelt, ist anzunehmen, dass die Technologie einen finanziellen Erfolg zusichert und die Risiken sich begrenzen.
Wir gehen davon aus, dass eine Anpassung des Erneuerbare Energien Gesetzes auf Strom aus solarthermischen Anlagen Afrikas und des Mittleren Ostens eine ausreichende Investitionssicherheit bringen wird. Ein entsprechendes Beispiel für diesen Anlagentyp existiert bereits in Spanien.
Die in Europa verfügbaren Potentiale anderer erneuerbarer Energieträger werden allein nicht ausreichen, den prognostizierten Bedarf mit vertretbarem Aufwand zu decken. Dieses macht den Energieverbund der EU/MENA - Staaten unumgänglich.
Mittelfristig werden die Endverbraucherpreise für Strom aus diesen Anlagen einschließlich der Transportkosten unter denen lokaler fossiler Kraftwerke liegen.
Eine Schädigung der derzeit boomenden Erneuerbaren Energie - Brache durch die neue Konkurrenz ist nicht zu erwarten, da eine Verdrängung sich stärker an nicht nachhaltigen Systemen zeigen wird.
Der notwendige politische Wille zur Umsetzung und Genehmigung der Anlagen und Leitungstrassen wird sich aus der Erkenntnis ergeben, dass alle Beteiligten hieraus einen Vorteil erlangen.
Solarstromerzeugung in Nordafrika ist eine wichtige Option für diese Länder selbst.
Die gewonnene Energie kann neben dem Verkauf nach Europa zur Erhöhung des lokalen Lebensstandards dienen. Durch kostengünstige Meerwasserentsalzung mit Hilfe von Prozessabwärme dieser Anlagen kann landwirtschaftliche Produktion auf bisher nicht nutzbaren Flächen entstehen. Dieses bedeutet eine doppelte CO2- Senke durch Vermeidung von Verbrennung fossiler Rohstoffe und zusätzlicher Biomassen- und Nahrungsmittelproduktion.
Neue Lebensräume und Perspektiven für die lokale Bevölkerung werden geschaffen. Die Entwicklungshilfe erhält enorme Potentiale zum Technologietransfer an breite Bevölkerungsgruppen.
Diese so entstehenden "Solaroasen" wirken den Problemen aus dem globalen Bevölkerungswachstum und den vermehrt aufkommenden Klimaflüchtlingen entgegen.
Somit haben wir ein Instrument, welches den Forderungen des UN-Klimarates (IPCC) von 2007, dass die globalen Emissionen bis 2020 um mindestens 25 bis 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren sind, Rechnung tragen kann.
Bei der konsequenten Umsetzung des Projektes besteht die Chance, die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu halten.
Für das Gelingen dieses Vorhabens wird es essentiell sein, zunächst mit der lokalen Versorgung von Energie und Wasser zu beginnen. Nach erfolgreicher Demonstration von wenigen Leuchtturmprojekten gegenüber der Bevölkerung wird mit deren Unterstützung die Expansion der Anlagen zügig voran schreiten.
(JM)
